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Tätigkeiten der Hebamme




 

Liebe Eltern und werdende Eltern,

 

Hebammenhilfe kann von jeder Frau in Anspruch genommen werden.


Hebammen sind Fachfrauen. Sie arbeiten nach den Richtlinien des Hebammengesetzes (HebG v. 4.Juni 1985) und betreuen Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und in der Wochenbett- und Stillzeit.

 

 

Wie finden Sie Ihre Hebamme?

 

  • Auf unserer Seite unter Hebammensuche
  • Viele Hebammen haben einen Eintrag in den Gelben Seiten.
  • Fragen Sie bitte auch bei Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Krankenkassen oder Gesundheitsämtern nach örtlichen Hebammenlisten.

 

 

Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen:









 

 

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit....

 

sind besondere Abschnitte im Leben einer Frau, die mit körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen einhergehen. In dieser Phase kann eine einfühlsame und professionelle Betreuung durch eine Fachfrau hilfreich sein. Hebammen bieten diese Hilfe.

 

Hebammenhilfe umfasst vom Beginn der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit eine Vielzahl von Angeboten, die Ihnen näher erläutert werden.

 

Leistungen, die Sie über die Hebamme Ihrer Wahl in Anspruch nehmen können sind:

 

 

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Beratung

Hilfe bei Beschwerden

Vorsorgeuntersuchungen

Geburtsvorbereitung

Geburtshilfe

Wochenbettbetreuung

Rückbildungsgymnastik

Stillberatung

Ernährungsberatung

 

 

 

 

 

Ein frühzeitiger Kontakt zwischen der schwangeren Frau und einer Hebamme ist sinnvoll, um zu klären, welche Art von Betreuung gewünscht wird, da die Bedürfnisse von Frauen sehr unterschiedlich sind.

 

Jede Frau kann sich direkt und ohne ärztliche Anordnung oder Rezept an eine Hebamme wenden. Die Kosten für all diese Leistungen werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den meisten privaten Krankenkassen übernommen.

 

Beratung und Hilfe bei Beschwerden

 

20110712-108Zu jeder Zeit Ihrer Schwangerschaft haben Sie die Möglichkeit, Kontakt mit einer Hebamme Ihrer Wahl aufzunehmen. Es ist sinnvoll, dass die Hebamme in Ihrer Nähe wohnt. Das Wegegeld wird nur bis zu 20 km von den Krankenkassen übernommen. Der frühe Kontakt ermöglicht Ihnen beispielsweise die Klärung von Fragen zur Pränataldiagnostik oder zu wichtigen Aspekten der Ernährung, der veränderten Körperwahrnehmung, zu sozialen Hilfen - einfach die Klärung aller Fragen, die Sie beschäftigen.

20110712-140Jeder Schwangeren steht außerdem ein individuelles Vorgespräch mit ihrer Hebamme über Fragen zur Schwangerschaft und Geburt zu.
Treten bei Ihnen während der Schwangerschaft Beschwerden auf, wie z.B. Übelkeit und Erbrechen, Wassereinlagerungen, Ischiasprobleme oder vorzeitige Wehen, können Sie Hebammenhilfe in Anspruch nehmen. Oft haben Hebammen naturheilkundliche Tipps für Sie bereit. Dies ist entweder bei Ihnen zu Hause, in der Praxis der Hebamme oder in der Klinik möglich.
Auch im Falle einer Fehlgeburt können Sie auf die Hilfe einer Hebamme zurückgreifen.

 

Vorsorgeuntersuchungen

 

 

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Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen kann eine Hebamme alle Untersuchungen zur Beobachtung eines normalen Schwangerschaftsverlaufes durchführen, wie z.B. Bestimmung der Größe und Lage des Kindes über die äußere Untersuchung, die Kontrolle der Herztöne, Urin- und Blutuntersuchungen.

Sie haben die Wahl, von einer Hebamme oder von einer Hebamme in Zusammenarbeit mit Ärztin oder Arzt betreut zu werden.

Hebammen sehen in einer Schwangerschaft keine Krankheit, sondern einen physiologischen Prozess. Sie bestärken die Frauen in ihrer Kompetenz, ein Kind auszutragen und zu gebären. Sie arbeiten vorbeugend durch Beratung in gesunder Lebensführung, behandeln leichte Beschwerden und erkennen Unregelmäßigkeiten und überweisen dann zum Gynäkologen.

 

 

 

 

 

Geburtsvorbereitung

 

Einen Geburtsvorbereitungskurs können Sie alleine oder mit Ihrem Partner besuchen.

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Es gibt Frauenkurse, bei denen in der Regel 1-2 Partnerabende stattfinden und reine Paarkurse.

Sie sollten sich frühzeitig, möglichst vor der 20. Schwangerschaftswoche, um einen Kurs bemühen. Ein günstiger Zeitraum für den Beginn des Geburtsvorbereitungskurses ist zwischen der 25. und 30. Schwangerschaftswoche, da die Kurse in der Regel mindestens 7 Wochen dauern. Die Krankenkasse übernimmt die Gebühr für 14 Stunden. Die Gebühr für den Partner wird von den Krankenkassen nicht übernommen und muss daher privat entrichtet werden.

 

20110722-172Eine umfassende Geburtsvorbereitung beinhaltet:

 

- Psychische und körperliche Vorbereitung auf die Geburt und die Zeit danach

- Körper-, Atem- und Entspannungsübungen

- Informierende Gespräche rund um die Schwangerschaft, den Geburtsablauf,

- Information zum Wochenbett und Stillen

- Erlernen von Atemtechniken und Gebärbewegungen

Es steht ausreichend Zeit zur Verfügung, um auf Ihre Fragen und Themenwünsche einzugehen.

 

 

 

Geburtshilfe

 

In Deutschland gibt es die Wahlfreiheit des Geburtsortes. Die werdenden Eltern können zwischen einer Geburt zu Hause, in einem Geburtshaus oder Praxis und einer Geburt in der Klinik wählen. Überlegen Sie gemeinsam, welcher Ort für Sie der Richtige und damit der Sicherste ist.
Suchen Sie sich frühzeitig eine Hebamme, wenn Sie eine außerklinische oder eine Geburt mit einer Beleghebamme wünschen.
Eine Geburt ist mit einer Bergtour zu vergleichen. Wenn Sie den Weg geschafft haben ist das ein überwältigender Augenblick, der Ihnen Kraft geben kann, um die Herausforderungen, die ein Leben mit einem Neugeborenen mit sich bringen, bewältigen zu können.
Auch bei einem Kaiserschnitt ist eine Hebamme dabei. Sie sorgt vor allem dafür, dass das Bonding (der erste Kontakt zwischen Eltern und Kind) so ungestört wie möglich verlaufen wird. Das ist wichtig für die weitere Bindung.
Es ist jedoch zu überlegen, ob ein geplanter Kaiserschnitt wirklich notwendig ist. Im Jahr 201o betrug die Kaiserschnittrate 34 %. Die WHO empfiehlt eine Kaiserschnittrate von 15 %. Manchmal scheint es verlockend, nicht den oft langen und mühsamen Weg der normalen Geburt gehen zu müssen. Der Kaiserschnitt ist nach 1 Stunde beendet. Die Folgen und Narben trägt eine Frau ihr Leben lang.
Mit der Hebamme als Bergführerin, dem Arzt als Bergrettung und dem Partner als Begleiter, Versorger, Träger und vieles mehr ist der Weg heute so sicher wie noch nie. Und wenn der Berg zu hoch, oder der Fuß lahm ist, gibt es heute gute Möglichkeiten der Geburtserleichterung.
Wir können aber auch sehr dankbar sein, dass heute ein Kaiserschnitt kein großes medizinisches Risiko mehr mit sich bringt und Mutter und Kind in der Regel gesund nach Hause gehen.

 

 

Wochenbettbetreuung

 

 

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Nach der Geburt haben Sie Anspruch auf umfassende Hebammenhilfe. Diese Betreuung ist bis zu 9 Monaten nach der Geburt möglich bzw. bis zum Abstillen. Die ersten 10 Tage sollte die Betreuung sehr engmaschig sein, in den folgenden 8 Wochen werden die Besuchsabstände verlängert. Danach sind die Besuche normalerweise in großen Abständen.

 

 

 


Wochenbettbetreuung beinhaltet insbesondere bei der Mutter:

 

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  • Überwachung der Rückbildungsvorgänge
  • Beobachtung von Wundheilungsprozessen (Dammschnitt, -riss oder Kaiserschnitt)
  • Anleitung zum Stillen
  • Hilfe bei Stillschwierigkeiten
  • Wochenbettgymnastik
  • Ernährungsberatung
  • Begleitung im Prozess Mutter/ Vater/ Eltern werden
  • Beratung rund um das Thema Sexualität/ Verhütung
  • Beratung bei allen anstehenden Fragen und Problemen

 

 

Wochenbettbetreuung beim Kind:

 

  • Beobachtung des Allgemeinzustands (Trinkverhalten, Hautfarbe etc.)
  • Versorgung des Nabels sowie Anleitung zur Nabelpflege
  • Still- und Ernährungsberatung
  • Anleitung zur Babypflege
  • Anleitung zum Babyhandling
  • Beobachtung von Gewichtszunahme20110617-009
  • Hilfe bei der Rhythmusfindung
  • Bindungsförderung
  • Hilfe beim Babylesen/ Babyverstehen
  • Beratung bei allen Fragen und Problemen
  • (z.B. Blähungen)
  • Durchführung von Blutuntersuchungen.

 

 

 

 

Die Häufigkeit der Hausbesuche richtet sich nach dem Bedarf der jungen Familie.
Auch nach einer glücklosen Geburt oder wenn Ihr Kind in der Kinderklinik bleiben muss, haben Sie Anspruch auf Wochenbettbetreuung.

 

Rückbildungsgymnastik

 

Ungefähr 6 bis 8 Wochen nach der Geburt Ihres Kindes können Sie mit der Teilnahme an einem Rückbildungskurs beginnen. Die Kosten für 10 Stunden werden von den Krankenkassen übernommen, sofern der Kurs bis zum Ende des 9. Lebensmonats des Kindes abgeschlossen wird.

Die Rückbildungsgymnastik fördert die körperliche Kräftigung aller durch die Schwangerschaft besonders beanspruchten Bereiche, wie Beckenboden, Bauch- und Rückenmuskulatur, um den ganzen Körper in seiner Halte- und Bewegungsfunktion gezielt zu unterstützen.

Ob die Kinder zum Kurs mitgebracht werden können, erfragen Sie bitte bei den einzelnen Hebammen, da dies unterschiedlich gehandhabt wird.

 

 

Still- und Ernährungsberatung

 

Wenn Sie nach der bereits abgeschlossenen Wochenbettbetreuung noch Fragen zum Stillen oder Abstillen haben, besteht nach wie vor die Möglichkeit der Betreuung durch eine Hebamme. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für acht telefonische oder persönliche Beratungstermine bis zum Ende der Stillzeit. Auf ärztliches Rezept sind auch darüber hinaus gehende Termine möglich.

Auch wenn Sie nicht stillen, stehen Ihnen diese Beratungstermine zur Ernährung des Kindes bis zum Ende des 9. Lebensmonats des Kindes zu.

Wir wünschen Ihnen eine Gute Zeit durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

 

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Stillen

 

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Stillen ist mehr als die Ernährung ihres Kindes. Es ist eine tiefe gefühlsmäßige Beziehung zu ihrem Kind, die auf natürliche Weise nach der Schwangerschaft fortgesetzt wird.

 

Dabei ist das Stillen ein natürlicher und wunderbarer Vorgang, der Ihrem Kind Geborgenheit und alle Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung gibt. Das Stillen bringt die besten Bedingungen für einen glücklichen Start in die Mutter-Kind-Beziehung mit und hat ebenso positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter.

 

Für werdende Mütter ist es empfehlenswert, sich bereits in der Schwangerschaft auf das Stillen vorzubereiten:

 

  • indem sie sich mit Müttern austauschen,
  • sich nach einem stillfreundlichen Krankenhaus umsehen,
  • Stillgruppen besuchen
  • und eine Hebamme für präventives Vorgehen zu Rate ziehen.
  • Außerdem sollten Sie ein gutes Stillbuch lesen und den werdenden Vater mit informieren, denn er kann Sie während der Stillzeit unmittelbar begleiten und für Sie eine große Unterstützung sein.

 

 

 

Vorteile des Stillens:

 

Stillen ist die normale naturgegebene Ernährung des Säuglings. Alle anderen Ernährungsweisen für Babys haben Nachteile.

 

Auch wenn das Baby noch im Bauch bestens ernährt wird, bereiten sich Mutter und Kind schon auf die anschließende Stillzeit vor. Das Kind übt das Saugen und Schlucken in der Gebärmutter, die Brust bereitet sich auf die Milchbildung vor.

 

Durch das Stillen wird ihr Kind optimal mit Muttermilch versorgt, derenNährstoffzusammensetzung genau auf die Bedürfnisse ihres Neugeborenen angepasst ist. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich je nach Alter, Tageszeit und Bedürfnis des Kindes.

 

Dabei enthält schon ein Tropfen Muttermilch eine Vielzahl an lebenden Zellen, welche
Krankheitserreger abwehren, wobei sich im Kolostrum (die Muttermilch der ersten Tage)
ausgesprochen viele Abwehrstoffe befinden.

 

Die Muttermilch vermindert das Risiko ihres Kindes an einer Infektion, wie Durchfall, Mittelohrentzündung oder an einem Infekt der Atemwege zu erkranken. Wenn Ihr Kind dennoch erkrankt, verläuft die Infektion weniger schwer; es braucht seltener Antibiotika und muss wahrscheinlich nicht ins Krankenhaus.

 

Die speziellen Fettsäuren in der Muttermilch regen das Gehirnwachstum und die Entwicklung der Netzhaut an.

 

Besonders Stillkinder leiden später wesentlich seltener an Übergewicht und Diabetes.
Das Allergierisiko vermindert sich, wenn das Kind mindestens 4 Monate ausschließlich gestillt wird.

 

Der Kiefer ihres Säuglings entwickelt sich beim Stillen durch die intensive Muskelarbeit beim Saugen optimal, was wiederum sehr wichtig für die richtige Zahnstellung und die spätere Sprachentwicklung ist.

 

Durch das Stillen wird ihr Baby beruhigt und bekommt sehr viel Geborgenheit durch den
Hautkontakt. Dadurch wird auch die Beziehung zu Ihrem Kind gefördert, was besonders nach problematischen Schwangerschaften oder Geburten und bei kranken oder zu früh geborenen Babys eine große Hilfe sein kann.

 

Die Stillhormone unterstützen die Rückbildung der Gebärmutter und haben eine entspannende Wirkung.

 

Nicht stillende Mütter erreichen ihr Gewicht, das sie vor der Schwangerschaft hatten, langsamer als stillende Frauen.

 

Das Erkrankungsrisiko für Eierstock- und Brustkrebs ist bei stillenden Müttern deutlich gemindert. Dieser Schutz erhöht sich, je länger eine Frau stillt.

 

Das Risiko an Osteoporose zu erkranken vermindert sich.

 

Stillen spart Zeit und Geld (künstliche Säuglingsnahrung inklusive Zubehör kostet in den ersten
sechs Monaten rund 600 Euro).

 

Dabei ist Muttermilch immer genau richtig temperiert, hygienisch, umweltfreundlich und hübsch verpackt.

 

 

 

Stillen & Väter

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Väter können in der Stillzeit eine große Hilfe sein. Sie können die Mutter unterstützen und stärken. Väter sollten schon in der Schwangerschaft über das Stillen informiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

Stillprobleme vermeiden

 

Um Probleme beim Stillen zu vermeiden, sollten Sie sich früh in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereiten. Es ist hilfreich, wenn Sie frühzeitig mit einer Hebamme Kontakt aufnehmen. Sie kann Ihnen alles, was Sie zum Stillen wissen sollten, vermitteln.

 

Geburtsvorbereitung kann helfen, Schmerzmittel bei der Geburt zu reduzieren. Weniger
Schmerzmittel wiederum erleichtern den Stillstart.

 

Nach der Geburt sollte das Neugeborene möglichst bald zum ersten Mal an der
Brust trinken. Bis dahin sollte es in Hautkontakt mit der Mutter bleiben. Einzige Ursache einer Trennung dürften wichtige medizinische Gründe sein.

 

24-Stunden-Rooming-in:

 

20110618-077Der ununterbrochene Kontakt zwischen Mutter und Kind beim 24-Stunden-Rooming-in hilft Ihnen, Ihr Baby kennen zu lernen und seine Bedürfnisse wahrzunehmen, bevor es schreien muss.

 

Stillen Sie nach Bedarf Ihres Kindes. Schauen Sie nicht auf die Uhr.

 

Achten sie auf frühe Hungerzeichen ihres Säuglings. Nicht warten bis das Kind schreit.

 

Durch das Optimieren ihrer Anlegetechnik vermeiden sie Schmerzen und Verletzungen der Brustwarzen. Wechselnde Stillpositionen, eine entspannte Atmosphäre und genügend Ruhe in den ersten Tagen erleichtert den Stillstart. Holen Sie sich dafür so viel Hilfe und Unterstützung im Wochenbett wie möglich.

 

 

Zeichen für ausreichende Nahrungszufuhr

 

Hier gilt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot:
Je öfter Ihr Baby saugt, und je gründlicher es die Brust leert, desto mehr Milch wird gebildet. Dieses Prinzip funktioniert besonders gut in den Tagen nach der Geburt, wenn die Milchproduktion beginnt.

 

So erkennen Sie, dass Ihr Baby genügend trinkt:

 

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Sie sehen die Saugbewegung des Säuglings deutlich und hören ihn schlucken.

 

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Nach dem Milcheinschuss (ca. 2 bis 5 Tage nach der Geburt) hat das Kind häufig, 5 bis 6 Mal am Tag, schwere nasse Windeln und in den ersten Wochen mehrmals am Tag Stuhlgang. Der Stuhlgang ist flüssig und goldgelb, der Urin durchsichtig.

 

 

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Nach dem Stillen ist Ihr Baby entspannt und öffnet die Händchen.

 

 

 

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Es nimmt in den ersten Wochen 170 bis 300 g in der Woche zu.

 

 

 

 

Warnsignale bei Problemen

 

  • Schmerzen beim Stillen
  • Das Kind verliert in den ersten Tagen mehr als 7 % seines Geburtsgewichtes.

 

Bei derartigen Problemen informieren sie frühzeitig ihre Hebamme. Bei einem Hausbesuch kann sie sie umfassend beraten und weitere Hilfestellungen bieten.

Probleme, die nicht zeitnah adäquat behandelt werden, können sich zuspitzen und nicht selten der Grund für ein vorzeitiges Abstillen sein.

 

 

Hilfe bei Beschwerden

 

Alle Hebammen sind aufgrund ihrer Ausbildung befähigt, Frauen in der gesamten Stillzeit zu beraten und zu unterstützen.

 

Einige Hebammen haben darüber hinaus eine ergänzende Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Stillberatung absolviert und können für Sie besonders in schwierigen Stillsituationen eine zusätzliche Ansprechpartnerin sein.
Besprechen Sie die Inanspruchnahme mit Ihrer betreuenden Hebamme. Die Kosten für die Stillberatung (im Rahmen des Wochenbettes, sowie acht weitere Beratungen in der Stillzeit - telefonisch oder als Hausbesuch) werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ihre Hebamme berät Sie gerne.

 

 

 

Medikamente in der Stillzeit

 

Nur wenige Medikamente sind in der Stillzeit kontraindiziert. Informationen bekommen Sie bei ihrer Hebamme, Arzt oder unter www.embryotox.de

Nur selten ist Abpumpen und Verwerfen der Muttermilch nötig.

 

 

 

Milchpumpen

 

Für ein längeres und ausschließliches Abpumpen sollten sie eine vollelektronische Pumpe mit
Doppelpumpset verwenden. Diese können Sie z.B. in einer Apotheke ausleihen.

 

Bei Indikation (Frühgeburt oder schwere Stillprobleme) gibt es Pumpen auf Kassenleistung (ärztliches Rezept erforderlich).

 

Für ein gelegentliches Entleeren der Brüste eignen sich auch batteriebetriebene Pumpen,
Handpumpen oder die Handentleerung nach Marmet.

 

 

Mutterschutzgesetz

 

§ 7 Stillzeit

 

(1) Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde, freizugeben. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden, soll auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgele-genheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens 90 Minuten gewährt werden. Die Arbeitszeit gilt als zusammenhängend, soweit sie nicht durch eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird.

 

(2) Durch die Gewährung der Stillzeit darf ein Verdienstausfall nicht eintreten. Die Stillzeit darf von stillenden Müttern nicht vor- oder nachgearbeitet und nicht auf die in dem Arbeitszeitgesetz oder in anderen Vorschriften festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden.

 

(3) Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über Zahl, Lage und Dauer der Stillzeiten treffen; sie kann die Einrichtung von Stillräumen vorschreiben.

 

(4) Der Auftraggeber oder Zwischenmeister hat den in Heimarbeit Beschäftigten und den ihnen Gleichgestellten für die Stillzeit ein Entgelt von 75 vom Hundert eines durchschnittlichen Stundenverdienstes, mindestens aber 0,38 Euro für jeden Werktag zu zahlen. Ist die Frau für mehrere Auftraggeber oder Zwischenmeister tätig, so haben diese das Entgelt für die Stillzeit zu gleichen Teilen zu gewähren. Auf das Entgelt finden die Vorschriften der §§ 23 bis 25 des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 (BGBl. I S. 191) über den Entgeltschutz Anwendung.

 

Mutterschutzgesetz vom 16.6.2002 ( BGBl. I S. 1812) m.W.v. 20.6.2002.

Quelle: "Empfehlung zur Stillbegleitung durch Hebammen", DHV, 2009, 2. Auflage

 

 

 

Stillgruppen

 

Beim Besuch einer Stillgruppe können Sie sich mit anderen Müttern austauschen und in schwierigen Situationen stärken.

 

 

Ulrike Zimmek und Ute Peter


Fotos: Sebastian Hummitzsch www.bildausschnitt.com

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Links zum Thema Stillen für Eltern

 

Allgemein:

 

 

  • www.embryotox.de Medikamente, Drogen, Schadstoffe in SS und Stillzeit Giftnotruf Berlin - Abteilung Embryonaltoxikologie (ENTIS)

 

  • www.reprotox.com Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit Beratungszentrum f. Reproduktionstoxikologie (ENTIS)

 

 

 

 

  • www.stillenbeispalte.org Diese Website gibt Informationen zum Stillen von Babys mit einer Lippen-Gaumenfehlbildung, mit dem Sinn, Eltern und Gesundheitspersonal hinreichend zu informieren

 

 

 

  • www.stillen-info.de Hier finden Sie praktische Hilfen, Informationen und Materialien rund um das Thema Stillen initiiert von der Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e.V.

 

  • www.babyfreundlich.org Auf den Seiten der WHO/UNICEF- Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V. finden Sie als babyfreundlich ausgezeichnete Krankenhäuser und alle Informationen rum um das Thema ganzheitliches Betreuungskonzept.

 

  • www.afs-stillen.de "Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen" (AFS) ist eine gemeinnützige Organisation zur Förderung des Stillens. Die Seiten beinhalten Infos, Termine und Publikationen rund ums Stillen und zur Ausbildung zur Stillberaterin.

 

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