Die Umsetzung der Akademisierung der Hebammenausbildung in Bayern – aktueller Stand

Das neue Hebammengesetz, das zum 1.Januar 2020 in Kraft getreten ist, ist ein großartiger Erfolg für den DHV und den bayerischen Hebammen Landesverbandes und Ergebnis unermüdlicher Arbeit für die Sicherung dieses Berufsstandes:

Die „Hinzuziehungspflicht einer Hebamme zu jeder Geburt", die für Hebammen „vorbehaltenen Tätigkeiten" und die Akademisierung der Hebammenausbildung sind nun fest im Gesetz verankert.

 

Für den BHLV e.V. gilt es, die Akademisierung auf Landesebene gut zu begleiten und darauf hinzuwirken, dass diese schnellstmöglich umgesetzt wird. Denn um den akuten Hebammenmangel nicht weiter zu verschärfen, muss die Hebammenausbildung lückenlos und zügig weitergeführt bzw. ausgebaut wird.

150-200 Studienplätze jährlich sind nötig, um den politischen Versorgungsauftrag von Hebammenhilfe für die Familien erfüllen zu können. Nach intensiven Gespräch vom Seiten des Bayerischen Hebammen Landesverbandes mit Ministerien und Mandatsträgern aller Fraktionen gab es im September 2019 einen Ministerratssbeschluss: neben München und Regensburg gibt es vier weitere Studienstandorte : Nürnberg , Coburg zusammen mit Bamberg, Würzburg und Erlangen, ein 5. Standort im Regierungsbezirk Schwaben soll zum WS 2022/23 starten.

 

Landshut beginnt im Oktober mit einem weiterqualifizierenden Studiengang für „altrechtlich" ausgebildete Hebammen für den Erwerb des Bachelortitels. Bei einer kürzlich stattgefundenen Konferenz aller Hochschulstandorte, bei dem auch der BHLV e.V. mit am Tisch saß, hat man sich zum aktuellen Stand der Studiengangsentwicklung ausgetauscht, außer Würzburg werden wohl alle Standorte zum WS 2021/2022 starten können.

Viel Zeit benötigen die Hochschulen für die Aquise von geeigneten Kooperationspartnern (Kliniken) für die fachpraktische Ausbildung der Hebammenstudierenden. Da die Ausbildungskosten für die Studierenden jede Klinik einzeln mit den Krankenkassen verhandeln müssen(§17 a KHG Krankenhausfinanzierungsgesetz), sind viele Kliniken noch zögerlich, da sie befürchten, nicht alle Kosten vollständig refinanziert zu bekommen.

Deshalb ruft der BHLV e.V. die zuständigen Ministerien auf, diesen Prozess gut zu begleiten. Zusätzlich lässt der BHLV e.V. mit dem DHV die Möglichkeit prüfen, durch eine Änderung im HebG künftig die Ausbildungskosten über Länderbudgetverhandlungen festzusetzen.

 

 

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